34. ARD-Radmeisterschaft
beim VELOFONDO Bike Festival auf dem DEKRA Lausitzring Racing pur zwischen Steilkurven, Seitenwind und Teamgeist
Beste Rundfunkanstalt ist der MDR
Knapp vor der Deutschen Welle holt der MDR den Pokal für die "Beste Rundfunkanstalt".
Alle weiteren Details und ein Bericht folgen noch.
Racing pur zwischen Steilkurven, Seitenwind und Teamgeist
Die 34. ARD-Radmeisterschaft ist Geschichte. Zurück bleiben spannende Rennen,beeindruckende sportliche Leistungen und ein Wochenende, das vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Austragungsort war das VELOFONDO Bike Festival auf dem DEKRA Lausitzring, einer Strecke, die Motorsportgeschichte und modernen Radsport auf ganz besondere Weise verbindet. Die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten bereits am Donnerstag in die Lausitz an. Die Region präsentierte sich von ihrer schönsten Seite. Rund um den Lausitzring lockt das Lausitzer Seenland mit einer einzigartigen Landschaft, die aus ehemaligen Tagebauen entstanden ist und heute als eines der größten künstlichen Seenreviere Europas gilt. Viele nutzten die Gelegenheit, die Umgebung auf dem Rad zu erkunden und sich auf das Rennwochenende einzustimmen.
Die „Sightseeing-Tour“, die keine blieb
Der Tag vor dem Rennen stand traditionell im Zeichen der gemeinsamen Ausfahrt. Was zunächst als entspannte Sightseeing-Tour durch das Lausitzer Seenland angekündigt war, entwickelte sich allerdings schnell zu einer durchaus sportlichen Angelegenheit. Bereits nach wenigen Kilometern zeigte sich, dass unter den Teilnehmern reichlich Form und Motivation vorhanden waren. Das Tempo stieg kontinuierlich an, sodass sich das Feld schließlich in zwei Gruppen aufteilte und unterschiedliche Streckenvarianten gefahren wurden. Trotz der ungeplanten Tempoverschärfung genossen alle die beeindruckende Landschaft mit ihren Seen, Radwegen und Aussichtspunkten. Der Abend gehörte dann dem geselligen Teil des Wochenendes. Diesmal war das gesamte ARD-Team in einem Hotel untergebracht. Dadurch entstand eine besondere Atmosphäre, die den Austausch zwischen den Rundfunkanstalten förderte. Auch die VELOFONDO-Veranstalter Ronny und Sven ließen es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen. Fachgespräche über Training, Material, Rennen und vergangene Meisterschaften sorgten dafür, dass der Abend deutlich länger wurde als ursprünglich geplant.
Geschlossen zum Start
Am Samstagmorgen traf man sich dennoch erstaunlich ausgeruht zum gemeinsamen Frühstück. Noch vor acht Uhr rollte das komplette ARD-Feld gemeinsam zum Lausitzring und bezog den Startbereich. Pünktlich um 8:30 Uhr fiel der Startschuss. Was folgte, war Rennsport in Reinform. Der Lausitzring ist nahezu flach, gleichzeitig aber alles andere als einfach. Die Kombination aus langen Geraden, schnellen Kurven, den beeindruckenden Steilkurven und vor allem dem kräftigen Wind sorgte für ein Rennen, das deutlich taktischer war als viele erwartet hatten. Schon früh zerfiel das Feld in mehrere Gruppen. Verantwortlich dafür waren vor allem die windanfälligen Streckenabschnitte. Wer dort den Anschluss verlor, musste viel Kraft investieren, um wieder nach vorne zu kommen. Ausreißversuche gab es zahlreiche, doch der Wind machte den meisten Unternehmungen schnell einen Strich durch die Rechnung. Einzelne Fahrer wurden entweder wieder gestellt oder ordneten sich freiwillig in die nächstgrößere Gruppe ein. So entwickelte sich das Rennen zu einem schnellen und zugleich sehr kontrollierten Wettbewerb, bei dem funktionierende Gruppen entscheidend waren.
ARD-Fahrer prägen das Renngeschehen
Die Fahrerinnen und Fahrer der ARD hinterließen im Gesamtklassement des
VELOFONDO einen starken Eindruck. Zahlreiche Podestplätze und Top-10-
Platzierungen unterstrichen das hohe sportliche Niveau des Teilnehmerfeldes.
Besonders erfolgreich waren:
• Richard Kästner (MDR), Sieger Herren 1
• Joscha Weber (DW), Sieger Herren 2
• Werner Obermann (DW), Sieger Herren 3
• Martin Goetze (Gast), Sieger Herren 4
• Sabine Nitzschke (hr), Siegerin der Damenwertung über 68 Kilometer
Bei den Damen über 100 Kilometer setzte sich Annette Baumbach-Goetze (MDR) vor
Linda Striebing (MDR) und Annika Weindel (hr) durch.
Auch im Kampf um die schnellste Runde zeigten die ARD-Starter starke Leistungen.
Joscha Weber fuhr mit 14:24,8 Minuten die schnellste ARD-Runde des Tages.
Dahinter folgten Johannes Angermann (14:26,9 Minuten) und Martin Goetze (14:28,2
Minuten).
Ein Finale auf Messers Schneide
Wie erwartet kam es in der Spitzengruppe zum Sprint um die vorderen Platzierungen. Auch dort spielte der Wind eine entscheidende Rolle und beeinflusste die taktischen Entscheidungen bis in die letzten Meter hinein. Martin Goetze, Joscha Weber, Johannes Angermann, Richard Kästner und Thomas Boda-Maith sorgten mit Klassensiegen und Spitzenplatzierungen dafür, dass die ARD-Farben im Gesamtklassement hervorragend vertreten waren. Auch die Gruppe der schnellen Fahrerinnen um Annette Baumbach-Goetze, Linda Striebing und Annika Weindel überzeugte mit Podiumsplätzen und Altersklassensiegen. Besonders bemerkenswert: Das gesamte Rennen verlief sturzfrei. Lediglich ein technischer Defekt und eine unterwegs verlorengegangene Luftpumpe waren zu beklagen.
Der Kampf um den Mannschaftspokal
Spannender hätte die Teamwertung kaum ausfallen können.
Sowohl MDR als auch DW konnten jeweils zwei Klassensiege und einen zweiten Platz
vorweisen. Erst der Zeitvergleich brachte die Entscheidung. Mit einer Gesamtzeit von
7:14:15 Stunden setzte sich der MDR hauchdünn gegen DW durch und verteidigte
damit den Mannschaftspokal für ein weiteres Jahr.
Teamwertung
1. MDR – 7:14:15 Stunden
2. DW – 7:52:17 Stunden
3. rbb – 8:11:15 Stunden
4. hr – 8:02:32 Stunden
Die Siegerehrung fand anschließend im Teamhotel statt und bildete den würdigen
Abschluss eines gelungenen Rennwochenendes.
Mehr als nur Sport
Neben allen sportlichen Erfolgen bleiben vor allem die gemeinsamen Erlebnisse in Erinnerung: die Ausfahrt durch das Lausitzer Seenland, der lange Abend mit vielen Gesprächen, die gemeinsame Anreise zum Start, das faire und sichere Rennen sowie die gesellige Siegerehrung. Und natürlich wird man sich auch noch an den von Johannes spendierten Sekt erinnern. Dass es ausnahmsweise kein Rotkäppchen-Sekt war, wurde ihm dabei großzügig verziehen.
Fazit
Die 34. ARD-Radmeisterschaft beim VELOFONDO Bike Festival hat eindrucksvoll gezeigt, warum diese Veranstaltung seit vielen Jahren einen festen Platz im Kalender der ARD-Radsportgemeinschaft hat. Der schnelle und sichere Lausitzring, die besondere Atmosphäre des Festivals, die beeindruckende Seenlandschaft der Lausitz und die große Gemeinschaft innerhalb der ARD machten das Wochenende zu einem rundum gelungenen Erlebnis. Oder, um es mit den Worten vieler Teilnehmer zu sagen: Racing pur. Windig, flach, schnell. Und vor allem: ein Wochenende, das Lust auf die ARD-Radmeisterschaft 2027 macht.